Saisonrückblick 2. FBL 2019/2020

2. Floorball Bundesliga – Saisonrückblick 2019/2020

Nachdem man sich in der Vorsaison in den Aufstiegsspielen gegen Sportvg Feuerbach und SC Potsdam verdient durchsetzen konnte, startete am 21.09.2019 pünktlich um 17:00 Uhr das Abenteuer 2. Floorball Bundesliga für die Herren der Black Wolves. Aufgrund der im März stetig größer werdenden COVID-19-Pandemie musste die Saison dann bereits vorzeitig vor dem letzten Punktspiel abgebrochen werden.

Das Abenteuer beginnt

Doch vor dem Startschuss in die erste Zweitliga-Saison der Floorball-Abteilung des PSV 90 Dessau, stand für die Kaderspieler ein intensives und hartes Vorbereitungsprogramm an. Insbesondere im Zeitraum der Ferien, in der keine Hallennutzung für Floorball möglich war, wurde individuell an Ernährung, Kondition und Kraft gearbeitet. Im Resultat ergaben sich physische Werte, die bis dato bei den Dessauern noch nie erreicht wurden. Dem vor Beginn der Saison ausgegebenen Ziel „Klassenerhalt“ wurde somit bereits vor dem ersten Bully alles untergeordnet.

Die erstmalige Teilnahme am RENEW Cup, einem stark besetzten Vorbereitungsturnier in Kaarst, zeigte trotz eines letzten Platzes, aber guten sportlichen Leistungen die weiteren Ambitionen in der Bauhausstadt. Auch die wiederholt zähen Verhandlungen mit dem Sportamt hinsichtlich zufriedenstellender Hallenzeiten, die Kalkulation der bevorstehenden Kosten und die Einarbeitung der Neuerungen im Zweitligabetrieb beschäftigten den Spielerrat bestehend aus Sascha Marquardt, Jeremy Beil, Linus Ilgner und Kapitän Justin Düben.

Zudem konnte man zum ersten Saisonspiel gegen Donau-Floorball Ingolstadt/Nordheim auch einige Verstärkungen vorstellen. Zum einen wechselte der Verteidiger Paul Nebelung vom UHC Elster zu den Black Wolves und zum anderen erhielten die Magdeburger Regionalligaspieler Benjamin Erhardt, Quoc Anh Phan, Benjamin Parske und Tim Reichert und Stürmer Niklas Grünewald von der TSG Erlensee 1874 ein Zweitspielrecht in Dessau. Aus dem gewohnt starken Nachwuchs schaffte in dieser Periode kein Junior den Sprung in den Herren Kader, wobei dies in den nächsten Jahren nachgeholt werden soll. Im Laufe des Jahres nahmen daher die ersten Talente bereits zusätzlich am Training der Herrenmannschaft teil.

Mit dem körperlich robusten bayerischen Vertreter der 2. Floorball Bundesliga Süd/Ost konnten die Black Wolves gleich einen starken Gegner als Gast in der heimischen Sporthalle Kochstedt begrüßen. Die Ingolstädter belegten in der Saison 2018/2019 den 4. Platz und haben eine deutlich erfahrenere Mannschaft beisammen. Nach einem frühen Rückstand und vielen Zeitstrafen, zwischenzeitlich spielte man 3 gegen 3, drehte man das Spiel bereits noch im ersten Drittel und gab die Führung bis zum Ende nicht mehr ab. Das Debüt in der 2. Liga, bei dem Anton Unger als erster Spieler des Tages mit einem Dessauer Sonnenkopf ausgezeichnet wurde, war mit einem deutlichen 11:4 Heimerfolg mehr als geglückt.

Hinrunde verlangt Wölfen alles ab

Im Anschluss folgten jeweilige Siege beim Auswärtsspiel in Rennsteig und beim Heimspiel gegen den Mitaufsteiger Feuerbach. Das 15:3 gegen die Stuttgarter war dabei der höchste Heimspielerfolg in der 2. Liga für die noch immer sehr junge Dessauer Mannschaft. Am vierten Spieltag folgte die erste Niederlage der laufenden Saison. Gegen die Saalebiber aus Halle war an diesem Tag einfach kein Kraut gewachsen. Die mit mehr Erfahrung und einem guten Matchplan ausgestatteten Hallenser fügten den Black Wolves einen verdienten Rückschlag nach einem bis dato perfekten Saisonstart zu.

Nach einem knappen Erfolg in Berlin standen die schweren Spiele in heimischer Halle gegen die Topfavoriten Leipzig und Dresden an. In der Partie gegen Leipzig wollte man gegenüber den vorangegangenen Ligaspielen organisierter auftreten. Dies gelang in Teilen ganz gut und reichte fast zu einem Punktgewinn, der auf jeden Fall im Rahmen der Möglichkeiten gewesen wäre. Mit der Unzufriedenheit aus der knappen Heimniederlage wollte man gegen Dresden wieder den gewohnten Black Wolves Vollgas-Floorball zeigen. Die Dresdner zeigten sich davon unbeeindruckt und fügten dem PSV 90 Dessau zum Abschluss der Hinrunde eine deutliche 5:12 Niederlage zu. Mit einem unerwarteten 4. Tabellenplatz nach Abschluss der Halbserie konnte man dennoch zufrieden sein.

Reicht die Siegesserie für mehr?

Die Rückrunde begann mit dem Doppelwochenende und einer langen Reise. Organisatorisch gelang es die Auswärtsspiele in Ingolstadt und Stuttgart zu verbinden, so dass die am weitesten entfernten Spielorte an einem Wochenende abgefahren wurden. In Stuttgart kamen unter anderem zum ersten Mal die vom floorballshop.com neu designten weißen Auswärtstrikots zum Einsatz. Mit zwei Siegen im Gepäck konnte die Heimreise genossen werden, da der Abstieg in die Regionalliga Ost theoretisch kaum mehr möglich war. Demzufolge musste nun auch das Saisonziel nach oben korrigiert werden. Da man sich in den Top 4 festgesetzt hatte, sollte nun die Playoffs-Teilnahme erreicht werden.

Bundesliga-Rückblick 2019/2020

Die neuen Ambitionen der Dessauer Floorballer festigten sich auch durch den anschließenden Heimerfolg nach dem Jahreswechsel gegen Rennsteig, bei dem zum ersten Mal ein Hallensprecher unseren Fans einheizte. Nach drei Siegen in Serie folgte das Sachsen-Anhalt-Derby gegen die USV Halle Saalebiber vor heimischem Publikum. In einem echten Krimi setzten sich die Black Wolves nach Verlängerung mit 3:2 durch. Zum ersten Mal konnte man ein Team bezwingen, das vor den Dessauern in der Tabelle stand. Hinzu kommt, dass die Verlängerung noch die prägendste Geschichte der Saison zu bieten hat, wie Sascha Marquardt berichtet:

Wir lagen bis zum letzten Drittel 0:2 zurück, haben aber den Rückstand noch in ein 2:2 umwandeln können. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit verletzte sich unser Spieler Jeremy Beil und musste das Spielfeld verlassen. Erst als bereits schon fünf Minuten in der Overtime absolviert waren, kam Jeremy zurück zur Bank. Auch wenn er noch nicht wieder richtig stehen konnte, fragte er mich, ob er denn wieder aufs Feld dürfe. Ich antwortete ihm, dass er gerne zurück darf, aber doch lieber vorher noch seine Schuhe anziehen soll. Nach einem kurzen Lächeln und einigen Sekunden war Jeremy wieder einsatzbereit. Mit dem ersten Ballkontakt leitete er einen Konter ein, welchen er auch noch selbst zum Siegtor abschloss. Den Moment, als der Ball die Linie überquerte und unser Publikum lautstark jubelte, werde ich so schnell nicht vergessen.

Als im nächsten Heimspiel auch der SCS Berlin in die Schranken gewiesen wurde, hatte man 2 Spiele vor Ende der Saison rechnerisch immer noch die Möglichkeit in die Playoffs einzuziehen und somit das hochgesteckte und neue gesetzte Saisonziel zu erreichen. Mit den top besetzten sächsischen Teams aus Leipzig und Dresden hatten die Black Wolves aber zwei schwere Aufgaben in der Ferne zu lösen. Dass in Leipzig bereits die letzte Partie des Ligabetriebes ausgetragen werden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand erahnen.

Korrigiertes Saisonziel knapp verfehlt

Im Rückspiel gegen den DHfK Leipzig wollten die Akteure der Black Wolves Revanche für das knappe und unglückliche Hinspiel nehmen. Trotz Führung, eines deutlich besseren Spiels und Heimspielatmosphäre in der Sporthalle am Rabet gaben die Dessauer die Partie mit unnötigen Zeitstrafen aus der Hand. In Folge dessen lag man fünf Minuten vor dem Ende mit zwei Toren zurück. Mit zwei späten Toren gelang zwar ein unerwartetes Comeback, das zum zwischenzeitlichen Remis führte. Dieses hätte aber vermutlich nicht ausgereicht, um die Chance auf die Playoffs-Teilnahme aufrecht zu erhalten. Dessau tat, was getan werden musste. Ohne Torwart agierte man die letzten Züge des Spiels mit einem zusätzlichen Feldspieler. Der Plan schien zunächst auch aufzugehen, aber die erspielte Großchance konnte nicht verwertet werden. Nach einem unglücklichen Ballverlust nahm das Drama dann seinen Lauf. In buchstäblich letzter Sekunde kassiert der PSV 90 Dessau analog zum Hinspiel den ganz späten Gegentreffer. Auch wenn im Anschluss allesamt mit hängenden Köpfen das Spielfeld verließen, kann die ganze Mannschaft auf eine mutige Leistung zurückblicken.

Mit der Niederlage in Leipzig endete die Serie von fünf Siegen in Folge und auch die Teilnahme an den Playoffs war nun nicht mehr möglich. Dennoch wollte man gegen Dresden nochmal alles geben, um das Hinspielergebnis vergessen zu machen. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt beginnenden Pandemie und behördlicher Auflagen konnte es hierzu nicht mehr kommen. Der später bekannt gegebene Saisonabbruch in allen Floorballligen führte dazu, dass die Black Wolves am Ende auf dem 4. Tabellenplatz landeten. Die nur vier Punkte Rückstand auf den Tabellenersten und elf Punkte Vorsprung auf den direkten Verfolger SCS Berlin zeigen, was die Black Wolves für eine klasse Saison gespielt haben.

2. FBL Süd/Ost – 2019/20

Pos.MannschaftGPWTieLOTWSOWGFGADiffPTS
11311020099504933
213100300134577730
3139021184572730
41380410104723226
513408019191013
6133081169100-3112
7133010007294-229
81310120038170-1323

Dennoch möchten wir auf diesem Wege dem SC DHfK zur Meisterschaft gratulieren und wünschen viel Erfolg in der 1. Floorball Bundesliga. Rückblickend richtet Kapitän Justin Düben folgende Worte an seine Mannschaftskameraden und alle Black Wolves Fans:

Gerade da die 2. Liga für fast alle Spieler unbekannt war, können wir ein positives Fazit daraus ziehen. Es hat sich jeder individuell nach vorne entwickelt und vor allem als Team sind wir deutlich stärker geworden. Auch in dieser Saison hat man wieder sehen können, dass unsere Leidenschaft und unser Willen zu gewinnen, das ist, was uns antreibt und warum wir mit einem so jungen Kader so erfolgreich sind. Aus diesem Grund haben alle das Ziel, dass wir uns nächste Saison weiter steigern, um dann an der Spitze zu stehen.

Wiederholung der letzten Pokalsaison

Neben dem Ligabetrieb traten die Black Wolves auch im Pokalwettbewerb an. Analog zum vergangenen Jahr bekam man in der ersten Runde ein Freilos zugesprochen. In der nächsten Runde folgte ein Heimspiel gegen die Red Devils Wernigerode. Auf den Bundesligisten traf man ebenfalls in der zweiten Runde des letzten Pokaljahres. Mit neun Heimspielen in den vergangenen fünf Spielzeiten bleibt auch das Losglück weiterhin auf Dessauer Seite. Gegen die Wernigeröder lieferten die Wölfe einen großen Kampf und führten sogar bis sechs Minuten vor Ende der Partie. Das mit ausländischen Spielern gespickte Team aus dem Harz hatte letztlich aber die besseren Argumente in Schlussphase und gewann knapp mit 7:9. Der Abstecher im Pokal war somit nur von kurzer Dauer.

Was bringt die neue Saison?

In Ausblick auf die neue Saison 2020/2021 können wir leider noch nicht viel berichten. Ob man wie geplant wie im September starten kann, ist derzeit noch nicht absehbar. Aufgrund der Tatsache, dass Floorball Deutschland die erste Liga von zehn auf zwölf Teams aufgestockt hat, wird dies auch Auswirkungen auf die zweite Liga haben. Mit Sicherheit werden einige Regionalligateams aufrücken. Auch über eine neue Staffeleinteilung, die Anzahl der Teams je Staffel und die Auf- und Abstiegsregelungen ist noch nicht final entschieden. Bis Ende des Monats müssen wir uns hier noch die Entscheidungen abwarten. Unser junger Kader wird sich im Vergleich zur Vorsaison nicht stark verändern, so dass wir auch in der kommenden Saison zeigen wollen, dass jeder Gegner schlagbar ist. Insbesondere in den von den Gästen gefürchteten Heimspielen, auf welche wir auch in der nächsten Saison auf unseren neu aufgehängten Bannern hinweisen werden.

Wir sagen Danke

Abschließend möchten wir denen danken, die uns das ganze Jahr begleiten und unterstützen. Dies wären zum einen die Helfer im Spielsekretariat, die jede noch so knifflige Situation am Zeitnehmertisch lösen und zum anderen die Johanniter, die unsere Wölfe an Spieltagen immer wieder schnell auf die Füße bringen. Nicht unerwähnt sollen auch die Schiedsrichter bleiben, welche stets versuchen jede Partie fair zu leiten. Ein großer Dank gilt auch den Frauen der Versorgung, die besonders in den Pausen immer rege beschäftigt werden.

Des Weiteren freuen wir uns sehr darüber, dass die Kinder und Jugendlichen des Bandendienstes immer zahlreich erschienen sind und uns damit ein schnelles Weiterspielen ermöglichen. Zudem schätzen wir den Einsatz unserer Sponsoren wert, die uns in allen Lagen finanziell und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Zuletzt gilt unser Dank natürlich den besten Fans der Welt. Eure lautstarke Unterstützung hilft uns auf dem Feld ungemein. Zusammen werden wir auf diese Art und Weise noch viele Erfolge feiern.

Wir. Gemeinsam. BLACK WOLVES.

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