
Jonas Balzer – Das “B” steht für Blocken
An Jonas Balzer kommt in Dessau niemand so schnell vorbei. Der Verteidiger mit der Rückennummer 92 besticht durch Athletik, Beweglichkeit und Leidenschaft. Mit diesen Eigenschaften trieb Jonas schon so manchen gegnerischen Stürmer zur Verzweiflung. Nach dem Beginn der Floorball Karriere im Oktober 2013 ging der Weg für Jonas sportlich immer steil nach oben. Nach zahlreichen Erfolgen im Juniorenbereich rief bereits früh die Landesauswahl Sachsen-Anhalt und später auch die deutsche Junioren-Nationalmannschaft. Nur denkbar knapp verpasste der Dessau-Roßlauer den endgültigen Sprung in den U19-WM-Kader. Seine Qualitäten auf und neben dem Feld sind dennoch unbestritten. Seit mehreren Jahren ist Jonas bereits Bundesligaspieler, Mitglied im Spielerrat der Black Wolves und kümmert sich ganz selbstverständlich noch nebenbei um die Black Wolves Junioren und den Social Media Bereich. Der wohl beste Blocker des PSV Black Wolves Dessau stand uns daher Rede und Antwort:
Würde der Saisonmanager eine Block-Statistik führen, wärst du wahrscheinlich mit Abstand auf Platz 1. Wie hast du dir über die Jahre diese Qualität aufgebaut und welche Fähigkeiten sind deiner Meinung nach für das Blocken wichtig?
Ich habe relativ früh in meiner Jugend gemerkt, wie wichtig das Blocken ist, weil du damit zum einen deinem Torhüter hilfst und dem Team Sicherheit in der Defensive gibst und zum anderen ist es für den Gegner demotivierend wenn er seine Abschlüsse in den Block setzt. Deswegen versuche ich jede Möglichkeit im Training zu nutzen, um mich darin weiter zu entwickeln.
Für das Blocken braucht es vor allem ein gutes Spielverständnis, weil du dich in den Gegner hineinversetzen musst, bevor du den entscheidenden Block setzt. Man muss wissen: Was will der Gegner machen? bzw. Wo will er hin? – Wenn man dann noch etwas wendig ist, kann man fast nichts mehr falsch machen.
In deiner bisherigen Karriere hattest du es bereits mit zahlreichen gegnerischen Angreifern zu tun. Was ist für dich schwieriger: einen schnellen Stürmer oder einen körperlich starken Stürmer zu verteidigen? Und wie kommst du zu dieser Einschätzung?
Beide Stürmertypen können sehr unangenehm sein. Ich finde es persönlich aber schwieriger einen schnellen Stürmer zu verteidigen, ganz einfach aus dem Grund, dass ein schneller Stürmer in einem Defensivzweikampf immer den Vorteil hat normal sprinten zu können als Verteidiger läufst du meist seitlich oder rückwärts und musst diesen Temponachteil dann durch cleveres Stellungsspiel ausgleichen.
Du hast schon zahlreiche Trainingslager in Dessau miterlebt. Wie fällt dein Resümee vom vergangenen Wochenende aus und in welchem Bereich siehst du für das Team noch das größte Potential bis zum Saisonstart?
Ich denke, mit dem Trainingslager wurde jetzt nochmal ein entscheidender Schritt gemacht. Wir haben die Zeit gut genutzt, uns als Team noch besser zu bilden und die Trainer haben in den Trainingseinheiten an den letzten Stellschrauben gedreht, sodass wir jetzt eine starke Basis geschaffen haben. Jetzt heißt es in den Trainings daran anknüpfen, um das starke Niveau zu halten.
Das größte Potential im Team liegt ganz klar in der Chancenverwertung. Viele Spieler und ich selber natürlich auch nutzen zu oft die Möglichkeiten ein Tor zu machen nicht. Da unser Headcoach aber ein ehemaliger Stürmer ist, wird er schon wissen, wie wir da unser Potenzial noch ausschöpfen können.
Nächste Woche steht der Renew Cup in Berlin auf dem Programm. Mit welchen Erwartungshaltungen gehst du persönlich in das Turnier und auf welchen Gegner freust du dich dort am meisten?
Ich persönlich hoffe, dass wir als Team ein gutes Turnier spielen, um mit einem guten Gefühl durch die restliche Saisonvorbereitung gehen zu können.
Als Verteidiger spielt für mich natürlich die Defensive immer eine größere Rolle als die Offensive. Ich hoffe daher, dass wir als Reihe defensiv stabil stehen und darauf aufbauend eine gute offensive Leistung zeigen können.
Die größte Vorfreude habe ich auf das Duell gegen die Rockets Berlin. Auch wenn man in den letzten Jahren schon oft beim Renew Cup gegeneinander gespielt hat, ist es immer nochmal etwas besonderes gegen einen Erstligisten zu spielen.
In der letzten Woche wurden die ersten beiden Runden im Floorball Deutschland Pokal ausgelost. Nach einem Freilos in der 1. Runde geht es in der 2. Runde entweder gegen eine Berliner Spielgemeinschaft oder gegen den UHC Elster. Wie bewertest du die Auslosung für die Black Wolves?
Auf die Pokalspiele freut man sich in jeder Saison einfach, weil man oft gegen Teams spielt, die man im Ligaalltag nicht hat. Das wir jetzt in der ersten Pokalrunde ein Freilos haben, finde ich daher etwas schade.
Der einzige Vorteil mit dem späteren Start in den Pokal ist, dass wir uns auf den Gegner besser vorbereiten können.
Schnelle Fragen und kurze Antworten
a) Welchen Schläger und welche Kelle spielst du aktuell?
Schläger: Oxdog Hypherlight HES 29 Highlight
Kelle: Oxdog Highlight Carbon (MBC) Artic-Frost
b) Wer ist dein sportliches Vorbild?
Joshua Kimmich
c) Wer ist der aktuell beste Floorballer der Welt?
Gabriel Kohonen
d) Wer war dein bisher unangenehmster Gegenspieler?
Jakob Heins
e) Welcher Torwart brachte dich bisher am meisten zur Verzweiflung?
Linus Ilgner
